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Startseite Alexander Schmorell

Kathedrale der Hll. Neumärtyrer und Bekenner Russlands in München

der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland

Alexander Schmorell - Verherrlichung

- Die Kindheit - Das Jugendalter - Flugblätter - "Vergeßt Gott  nicht!" - Politisches Bekenntnis Neumärtyrer

Vor seiner Hinrichtung am 13. Juli 1943 schrieb Alexander Schmorell an seine Eltern:
"Meine lieben Vater und Mutter!
Nun hat es doch nicht anders sein sollen, und nach dem Willen Gottes soll ich heute mein irdisches Leben abschließen, um in ein anderes einzugehen, das niemals enden wird und in dem wir uns alle wieder treffen werden. Dies Wiedersehen sei euer Trost und eure Hoffnung. Für euch ist dieser Schlag leider schwerer als für mich, denn ich gehe hinüber in dem Bewusstsein, meiner tiefen Überzeugung und der Wahrheit gedient zu haben. Dies alles lässt mich mit ruhigem Gewissen der nahen Todesstunde entgegensehen. Denkt an die Millionen von jungen Menschen, die draußen im Felde ihr Leben lassen - ihr Los ist auch das meinige. In wenigen Stunden werde ich im besseren Leben sein, bei meiner Mutter, und ich werde euch nicht vergessen, werde bei Gott um Trost und Ruhe für euch bitten. Und werde auf euch warten! Eins vor allem lege ich euch ans Herz: Vergesst Gott nicht!!!
Euer Schurik" (- Благодарим Игоря Храмова за предоставленные фотографии - )



Über das Leben und das Werk des Märtyrers Alexander von München

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Der Neumärtyrer Alexander wurde am 3./16. September 1917  in Orenburg (Russland) geboren. Die deutsche Familie Schmorell war seit 1856 in Russland ansässig, bewahrte aber die deutsche Staatsbürgerschaft. Dr. Hugo Schmorell, der Vater Alexanders, war Arzt und bei der Universitätsklinik von Moskau angestellt. Der erste Weltkrieg löste in Russland eine Welle der Feindschaft auch gegen die in Russland seit langem ansässigen Deutschen aus. Es kam zu administrativen Einschränkungen und sogar zu Verbannungen. Hugo Schmorell musste, da ihm gekündigt worden war, nach Orenburg zurückkehren, wo die Großfamilie Schmorell ein Auskommen hatte. In Orenburg und Umgebung kümmerte sich Dr. Schmorell zunächst um die verbannten Deutschen, dann um deutsche verwundete Kriegsgefangene, und nach der Revolution und während des Bürgerkriegs ebenfalls um zahllose Verwundete.
Noch während seines Aufenthalts in Moskau lernte Hugo Schmorell seine künftige Ehefrau kennen, die in Moskau Ökonomie studierte. Natalia Vvedenskaja stammte aus einer frommen Familie. Ihr Vater war ein orthodoxer Priester. Die junge Braut folgte ihrem Bräutigam nach Orenburg, wo die beiden in der Kirche, die den Hll. Aposteln Peter und Paul geweiht war, orthodox getraut wurden. Ein knappes Jahr später wurde der Sohn Alexander in derselben Kirche getauft. Sein ganzes Leben lang war sich Alexander seiner Orthodoxie bewusst.

 

Eine Heiligsprechung ist eine großartige und durchaus seltene Feierlichkeit.

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"Dieses ganze harte 'Unglück' war notwendig, um mich auf den wahren Weg zu bringen...um mir die Augen zu öffnen...Vor allem bin ich froh und danke Gott dafür, dass es mir gegeben war, diesen Fingerzeig Gottes zu verstehen... Eins vor allem lege ich Euch ans Herz: Vergesst Gott nicht!!!" (Foto: die Schriftrolle, die der Märtyrer Alexander auf der Ikone, wo er schon unter verherrlichten Heiligen steht - aber noch ohne Heiligenschein) -
- Verherrlichung des Neumärtyrers Alexander Schmorell - - Der Text des Gottesdienstes liegt leider noch nicht in deutscher Sprache vor, wird aber zur Zeit übersetzt -

HEILIGSPRECHUNG ALEXANDER SCHMOREL - Videoreport

Erzpr.Nikolai Artemoff am Tag der Verherrlichung 5.02.2012: Download

Heilige Neumärtyrer werden verherrlicht durch die Kirche, da sie unter den jeweiligen Umständen ihrer Zeit ein klares Zeugnis für Christus abgelegt haben und ihr Leben dafür hingaben. Am 13. Juli 1943 wurde Alexander Schmorell im Gefängnis München Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet. Am Sonntag – in russischer Sprache "dem Auferstehungstag" – des 4./5. Februar 2012 soll er eingereiht werden in die große Schar der Heiligen Neumärtyrer Russlands, denen unsere Kathedralkirche geweiht ist. Der Tod eines Märtyrers enthält stets sowohl die Liebe zu Christus, als auch – durch diese Liebe – die Entlarvung der Bosheit des Bösen in dieser Welt, und somit auch derer, die dem Satan und seinem willfährigen Diener, dem Antichrist, zuarbeiten.

 

Alexander Schmorell: Kindheit

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Alexander Schmorell wird am 16. September 1917 in der südrussischen Stadt Orenburg am eurasi­schen Grenzfluss Ural geboren. Sein Vater Hugo Schmorell ist Arzt und entstammt einer seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Russland ansässigen deutschen Kaufmannsfamilie. Seine russische Mutter Natalija Petrovna Vvedenskaja ist die Tochter eines orthodoxen Kirchenverwalters. Sie stirbt 1918 während einer verheerenden Typhusepidemie.
1920 heiratet Hugo Schmorell Elisabeth Hoffmann, die Tochter eines deutschstämmigen Brauerei­besitzers in Orenburg.
Revolutionsbedingte Unruhen zwingen die Familie 1921, Russland zu verlassen. Hugo Schmorell lässt sich in München als praktizierender Arzt nieder.

 

Alexander Schmorell: Das Jugendalter

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Im Frühjahr 1935 lernt Alexander Schmorell in München auf dem Neuen Realgymnasium, dem heutigen Albert-Einstein Gymnasium, Christoph Probst kennen. Eine enge Freundschaft beginnt. Alexander Schmorell verbringt viel Zeit mit Christoph Probst und dessen älterer Schwester Angelika. Gemeinsam gehen sie zum Wandern und Zelten in die Chiemgauer Berge.
Nach dem Abitur 1937 wird Alexander Schmorell zum Reichsarbeitsdienst verpflichtet und beim Straßenbau im Allgäu eingesetzt. Den Arbeitsdienst erlebt er als Instrument politischer Unterdrückung. In ihm wächst eine radikale Ablehnung des nationalsozialistischen Systems.

„Denn nichts ist schöner, als die Freiheit des Gedankens und die Selbständigkeit des eigenen Willens, wenn man sie nicht fürchtet. Hier versucht man, uns sie zu rauben und sie uns vergessen zu machen oder sich von ihr zu trennen, aber das wird ihnen nicht gelingen.“
Aus einem Brief von Alexander Schmorell aus dem Reichsarbeitsdienst an Angelika Probst, 1. Mai 1937

 

Flugblätter der Weißen Rose

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Vom Mai 1942 an fanden sich in verschiedensten Teilen Münchens immer wieder "Flugblätter der Weissen Rose". Das waren mit Schreibmaschine getippte Texte, die die Bürger Deutschlands zum Widerstand gegen die Regierung Hitlers aufriefen und dazu, allen Maßnahmen der Nazis mit "passivem Widerstand" zu begegnen, sie generell und in jeder Weise zu sabotieren, und so "den Boden für einen Sturz dieser 'Regierung' reif zu machen". Die Menschen fanden diese Flugblätter, die sich gegen eine "verantwortungslose und dunklen Trieben ergebene Herrscherclique" richteten, auf Anzeigetafeln und in Telefonzellen, in Toreinfahrten und sogar den Theken von Einkaufsläden. Nach einiger Zeit erhielten Tausende von Adressaten auf dem Territorium des Reichs diese Sendschreiben der geheimnisvollen "Weissen Rose".
Der hohe Stil, die Zitate aus Aristoteles und Lao-Tse, zeigten deutlich, dass die Autoren aus der intellektuellen Schicht stammen mussten. Aber es kann wohl niemand darauf, das sich diesem Krieg auf Gedeih und Verderb gegen Hitler in der Stadt, die die stolze Bezeichnung "Hauptstadt der Bewegung" trug, junge Leute verschrieben haben, die vor kurzem noch in die Schule gingen – Studenten der Medizin aus der Münchner Universität.

Es vergingen viele Jahre, Jahrzehnte sogar, bis das Werk Alexander Schmorells die wohl verdiente Einschätzung erhielt. Und es verging ein halbes Jahrhundert, bis man über ihn in Orenburg erfuhr – der Stadt, in der er geboren und getauft worden war. (Foto: Flugblätter der "Weißen Rose" als Denkmal im Bürgersteig vor der Münchner Universität)

Frau Regina Degkwitz - erzählt von der Zeit in den 40-ern und der Weißen Rose

 

Verhaftung

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Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, Februar 1943 „1000 Reichsmark Belohnung für die Mitwirkung zur Ergreifung eines Verbrechers – Die Staatliche Kriminalpolizei, Kriminalpolizeileitstelle München, gibt bekannt: Gesucht wird der hier abgebildete ehemalige Student Alexander Schmorell, geboren am 16 (3.) September 1917 Orenburg, zuletzt in München wohnhaft gewesen. Schmorell ist 1,82 – 1,85 Meter groß, schlank, hat dunkelblonde Haare, blaugraue Augen, große, abstehende Ohren, etwas hervorstechenden Kehlkopf, aufrechte Gangart und spricht hochdeutsch mit bayerischem Einschlag. Er trug zuletzt graugrünen Sporthut mit weiß-grauer Kordel, graugrüne Windjacke, grüne Joppe, lange, hellgraue Hose und braune, abgetragene Halbschuhe. Die Bevölkerung wird zur Mitfahndung unter Hinweis auf die ausgelobte Belohnung, die nur für Privatpersonen bestimmt ist, aufgefordert. Sachdienliche Hinweise, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, werden an die Kriminalpolizeileitstelle München, 16. Komm., Zimmer 385, Fernsprecher 14321, Nebenstelle 457 oder an die nächste Polizeidienststelle erbeten.“

Nach der Verhaftung der Geschwister Scholl wird Alexander Schmorell steckbrieflich gesucht. Alle Fluchtbemühungen scheitern trotz risikoreicher Hilfe aus dem Freundeskreis. Am 24. Februar wird er während eines Bombenangriffes in einem Münchner Luftschutzkeller von einer Bekannten erkannt, verraten und festgenommen. Am 19. April 1943 verurteilt der Volksgerichtshof unter Roland Freisler im zweiten Prozess gegen die Weiße Rose Alexander Schmorell zum Tode. Im Gefängnis München-Stadelheim wird er am 13. Juli 1943 durch das Fallbeil hingerichtet.

 

13. Juli 1943 - Tag der Ermordung des Märtyrers Alexander Schmorell.

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München, den 2. Juli 1943: "...Jetzt aber bin ich soweit, dass ich auch in meiner jetzigen Lage, froh und ruhig, zuversichtlich bin - mag kommen, was da wolle. Ich hoffe, dass auch Ihr eine ähnliche Entwicklung durchgemacht habt und daß Ihr mit mir zusammen nach den tiefen Schmerzen der Trennung auf dem Standpunkt angelangt seid, wo Ihr für alles Gott dankt.
Dieses ganze Unglück war notwendig, um mir die Augen zu öffnen - doch nicht nur mir, sondern uns allen, all denen, die es getroffen hat – auch unsere Familie. Hoffentlich habt auch Ihr den Fingerzeig Gottes richtig verstanden." Alexander Schmorell

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"Vergeßt Gott  nicht!"
Zum 50- jährigen Jubiläum des Todestages von Alexander Schmorell (aus dem "Boten der Deutschen Diözese" 1993)

In Verbindung mit dem Totengedenken für den am 13. Juli 1943 durch das Nazi-Regime ermordeten Alexander Schmorell überreichte uns dessen in München lebender Bruder Dokumente und Briefe, die von dem tiefen Glauben und der kirchlichen Verbundenheit Schmorells mit unserer Münchner Gemeinde zeugen.

Der damalige Münchner Gemeindepriester und spätere Erzbischof von Berlin und Deutschland, S.E. Alexander, besuchte A. Schmorell im Gefängnis. Aus den Briefen erkennen wir, wie aufrichtig Alexander als Christ seinen Weg beschritt. Einem solchen Menschen mußte jegliche Loyalität gegenüber einem Gott-und menschenverachtenden System fremd sein. Keiner Wunder also, daß er es strikt ablehnte, ein Gnadengesuch an die damaligen Machthaber zu stellen.

Dies sollte uns heute besonders angesichts der vielen Diskussionen um Stasi und KGB-Vergangenheit und -Gegenwart zu denken geben. (Red.)

 

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