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Osterbotschaft S.E. Erzbischof Mark 2019

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Архиепископ Марк

"Reinigendes Passah, und wieder erstrahlte uns aus dem Grab
- Er als die schöne Sonne der Gerechtigkeit" (Osterkanon, 4. Ode).


CHRISTUS IST AUFERSTANDEN!
Diese kurzen Worte haben die ganze Welt umgekehrt. Die Auferstehung Christi hat die verlorene Menschheit zum ins Leben zurückgeholt. Christus und Seine
Heilsordnung – der von Ihm geschaffene Weg der Rettung – das ist das Einzige Neue unter der Sonne.
Vor Christus und ohne Christus war die Welt – ein einziger Friedhof; nach dem Ausdruck des hl. Justin von Celije, ein „Totenacker“. Ohne Christus ist der Mensch ein
Toter, denn, wie der hl. Apostel sagt, der Lohn der Sünde ist der Tod (Röm 6,23).

Und auch in unserem 21. Jahrhundert wandelt in der Finsternis der Sünde, wer sich von Christus abwendet. Überall, sei es im Kindergarten, oder in der Schule, in den Universitäten, sei es im öffentlichen, persönlichen oder im Berufsleben, überall wird
jetzt die Sünde angepriesen, mehr noch, sie gilt bereits als Norm. Und jene, welchen die Geschicke der Gesellschaft anvertraut sind, denen es anstünde, sich um deren
geistliches Wohl zu kümmern, irren umher und suchen verkrampft irgendeine alternative Menschlichkeit – eine ohne Christus – und führen so die Völker in den
geistlichen Tod.

Was uns in der derzeitigen Gesellschaft unter dem Anschein hoher und höchster moralischer Grundsätze angetragen wird, erweist sich real als Heuchelei
und Lüge, Verrat und unmenschliche Verderbtheit – körperlich, geistig und geistlich.

Aber allen steht doch der Eine Quell von jeglichem Guten offen – Christus. Und daher bekennen wir: „Das Licht Christi erleuchtet alle!“ Daher freuen wir uns über die Erlangung des Lichtes Christi, des Lebens in Christus. Christus ist für uns gestorben und auferstanden. Er hat auch uns – die wir tot waren – auferweckt. Er hat uns zu Seinen Mit-Besiegern über den Tod gemacht, zu unsterblichen Zeugen der Erneuerung der menschlichen Natur. Denn,“ist jemand in Christo, so ist er eine neue Schöpfung” (2. Kor 5,17).

Wir sind berufen, uns vollkommen von diesem neuen Leben durchdringen zu lassen, von der die außerhalb Christi wohl noch keine Vorstellung haben können. Wir begeben uns in Seine allreinen Hände, statt uns dem Teufel zu unterwerfen, der den Menschen im Paradies betrog, die Ureltern verführte durch das Versprechen „ihr werdet wie Götter sein“ (Gen 3,5). Adam und Eva fielen der Lüge zum Opfer. Auch in den nachfolgenden Jahrhunderten suchte und fand die Menschheit stets neue Götzen – solche, wie den pragmatischen Intellekt, die spekulative Philosophie, den technischen Fortschritt, den materiellen Überfluss.

Vor unseren Augen werden wieder einmal vermeintlich neue – tatsächlich jedoch wiederum nur dieselben alten – Götzen aufgerichtet. Unduldsam sind sie, unversöhnlich und militant; unter ihrer wohlansehnlichen Maske verbergen sie verschiedenartige Unzucht, die vom Wort Gottes verworfen ist in Ewigkeit. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass wir von neuen Entehrungen erfahren: wie heimtückisch das Gefühl für Moral untergraben wird – dies bereits im frühesten Kindesalter; von zynischer Hetze, Unterdrückung und Vernichtung derer, die nicht mit dem Zeitgeist – besser: Ungeist – übereinstimmen. Angeblich säkulare Staaten mischen sich in das Gebiet des Glaubens ein und zwingen den Menschen kirchliche Spaltungen auf, so wie jetzt in der Ukraine oder in Montenegro. All das geschieht im Namen irgendeines Fortschritts, einer höheren Wahrheit.

Wir Christen – wir einstigen Toten – wissen, dass es nur die eine Wahrheit gibt, die eine Gerechtigkeit – Christus; die eine Anleitung zur Moral – Sein Evangelium;
den Weg zur Rettung – Seine Kirche. Da wir in Christus leben, verwerfen wir alles Sündige, Veraltete, Finstere, Todbringende. Vom Auferstandenen – und
Auferweckenden! – her tragen wir das Neue in uns, das niemals altert und nie verdirbt, sondern ewig uns erneuert und Unsterblichkeit schenkt. Ausschließlich in Christus ist
„Fortschritt“ möglich, denn nur in Ihm ist alles – „neues Geschöpf“. Von Ihm empfangen wir: neues Herz, neue Seele und neuen Geist. Und je erwachsener wir
werden, je älter, desto mehr erneuern wir uns, weil wir in Christus wachsen – „zum Altersmaß Christi“ (Eph 4,13). Ein Christ ist ein ewig neuer Mensch, der zur Ewigkeit
auferstanden ist und dem Tod und der Verwesung nicht mehr unterliegt. Unsere Aufgabe in dieser Welt – in der Nachfolge der Apostel von dieser Wahrheit zu zeugen:
Christus ist auferstanden – und die Götzen sind gefallen!
Christus ist auferstanden – und es herrscht das Leben!
Christus ist auferstanden – und auferstanden ist der Mensch!

Christus ist auferstanden! – Er ist wahrhaftig auferstanden!

+Mark,
Erzbischof von Berlin und Deutschland
München-Berlin
Zum Fest der Auferstehung des Herrn 2019




 

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