Blumen-Triodion

Freitag, den 01. Mai 2009 um 09:18 Uhr
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Das Blumentriodion enthält Gebete, welche die Auferstehung Jesu Christi und Ereignisse, die nach der Auferstehung Christi stattfanden, verherrlichen.

 

Darin befinden sich vor allem die Gottesdienstfolgen für die Ostertage, in denen die Auferstehung Jesu Christi gefeiert wird. Aber da der Herr nach Seiner Auferstehung vierzig Tage hindurch seinen Jüngern erschien und mit ihnen vom Reiche Gottes redete (Apg 1,3), wird die Auferstehung Christi in den kirchlichen Gottesdiensten (wenn auch etwas weniger feierlich) noch nach der Lichten Woche bis zum Ablauf von 40 Tagen, d.h. bis zur Himmelfahrt des Herrn, besungen.
Damit ist die Zeit der Verwendung des Blumentriodions jedoch noch nicht zu Ende. Während die Kirche vierzig Tage die Auferstehung des Herrn feiert, bereitet sie gleichzeitig die Gläubigen zur Feier der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel vor und setzt für dieses Fest besondere Tage fest. Am Pfingstfest wird zum ersten Mal nach den lichten Ostertagen kniend gebetet.

Daher kann man der Besonderheit der Gottesdienste entsprechend die ganze Periode der Verwendung des Blumentriodions in drei Teile einteilen:
1) Osterwoche
2) die Wochen nach Ostern, vom Thomas-Sonntag bis zur Abgabe von Ostern
3)die Wochen von der Abgabe von Ostern bis zum Sonntag Allerheiligen.

Aus dieser Bedeutung erklärt sich auch die weitere Bezeichnung des Blumentriodions als "Pentekostarion" (50 Tage Zeitraum).

Blumentriodion heißt es entweder, weil es einstmals die Gottesdienstfolge der Hohen und Heiligen Woche und des Palmsonntags, welcher auch der "blumentragende" genannt wird, miteinbegriff, oder, weil der Beginn seiner Verwendung mit dem Beginn des Frühlings, der Zeit der Blüten, die als ein herrliches Symbol der geistigen Schönheit und künstlerischen Gestaltung der Gesänge des Blumentriodions benutzt werden können, zusammenfällt. Die Gesänge des Blumentriodions sind ebenso wie das Fastentriodion das Werk vieler Dichter, von denen einige namentlich nicht erwähnt sind, während die bekannten dem 5. - 7.Jh. angehören. Die berühmtesten der Hymnen des Blumentriodions gehen auf den Hl. Johannes von Damaskus zurück. Die Zusammenstellung der Gesänge in einem Buch wird denselben Dichtern zugeschrieben, welche das Fastentriodion verfaßten. Die Vervielfältigung und Gestaltung des Buches kann dem 9. Jh. zugeschrieben werden. (Sergej V. Bulgakov)