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Startseite Das Königtum Gottes Hauptetappen der Verkirchlichung des heutigen Menschen

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Hauptetappen der Verkirchlichung des heutigen Menschen

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"Durch die Demut und den Gehorsam erschöpft sich der Stolz; durch die Bescheidenheit, die Einfachheit, einem am Gewissen und Pflichtgefühl orientierten Verhalten, dem Unabhängigsein von der Meinung anderer Leute erschöpft sich die Ruhmsucht; durch die Freigebigkeit, das Almosengeben und die Spendenbereitschaft erschöpft sich die Geldgier; durch das Gebet, den Gottesdienst, die Kontemplation und das Gottesgedenken, die geistliche Lesung, durch Gespräche über das Heil und die Werke der Barmherzigkeit erschöpft sich der Müßiggang; durch geistige Freundschaft, Einmütigkeit, Erbarmung erschöpft sich die Wollust; durch Anteilnahme an den Sorgen des Nächsten, eine friedliche Gesinnung, herzliches Entgegenkommen und Geduld erschöpft sich der Zorn; durch Hoffnung auf Gott, Gottesfurcht, Erinnerung an die Todesstunde und ein Märtyrerende als Teilnahme am Kreuzesleiden des Herrn erschöpft sich die Verzagtheit." Vortrag von Anatolij Garmaev

“Die Etappen bei der Verkirchlichung des Menschen wurden von Isaak dem Syrer in drei Erkenntnisstufen unterteilt: die sündenbehaftete, die der natürlichen Tugenden und die der vollkommenen Tugenden. Der hl. Feofan der Klausner nannte fünf Etappen für die Aneignung der Gnadengaben, der ehrw. Abba Dorotheos wiederum drei – die Stufen des Knechtes, des Taglöhners und des Sohnes. Und der selige Diadochos schrieb, daß “die Gnade ihre Gegenwart verbirgt und die wohlwollende Zustimmung der Seele erwartet, um dann durch ein unaussprechliches Gefühl ihre Gegenwart zu offenbaren und sich hernach wieder im Herzen zu verbergen und die Regungen der Seele zu erwarten.”

Für den heutigen Menschen eignet sich eine Unterteilung der Stufe der Sündhaftigkeit in drei Etappen, um zu erklären, was mit dem Menschen vor sich geht.

Die der Verkirchlichung vorangehende Phase des Unglaubens beruht auf Selbstvertrauen, welches sich auf vergangene Erfahrungen stützt, auf der Selbstgewißheit, welche sich in Zukunftsplänen und selbstrechtfertigenden Gedanken äußert, die den Menschen des Gottesbewußtseins berauben. Alle drei haben eine Grundlage – den Stolz oder die Autonomie, die Selbstzufriedenheit.

Die Gnade, die den Menschen zu gewinnen sucht, erweckt auf verschiedene Weise den Glauben in ihm:

A. – durch das Überdrüssig-Werden an den Geschäften und Ereignissen des Lebens, wenn im Menschen um die dreißig-vierzig Jahre die jugendlichen Ausbrüche der Leidenschaften abnehmen;

B. – durch die Suche nach dem Sinn des Lebens oder durch außerordentliche Einwirkung, indem sie den Menschen schlagartig in eine lebendige Verbindung mit Gott versetzt;

C. – durch die Aufrechterhaltung des Glaubens im Menschen von seinen Kinder- und Jugendjahren an.

Auf das Erwecken des Glaubens folgt die erste Phase der Berufung durch die Gnade, die gewöhnlicherweise fünf Jahre dauert. Die Gnade bewirkt im Menschen ein immer stärkeres Verlangen nach mehr Wissen auf dem Gebiet des Glaubens und nach den aus ihm resultierenden Werken des Glaubens: a) Gebete, Gottesdienste, Sakramente, Fasten, b) Umgang mit den Nächsten gemäß den Geboten, c) Dienst in der Kirche.

Es ist nicht wünschenswert, daß der Gläubige sich in diesen fünf Jahren nach eigenem Gutdünken das kirchliche Leben aneigne. Unerläßlich sind für ihn die Hilfe und Führung sowohl im äußeren Leben durch: a) Aktivitäten, Programm der zu lesenden Bücher, b) Paten oder speziell innerhalb der Gemeinde beauftragte Leute mit Erfahrung im geistigen Leben, c) eine schrittweise Einführung des Anfängers in der Gemeinschaft oder Gemeinde in seine Aufgaben und Dienste, d) Gruppengespräche in fast häuslicher Atmosphäre mit dem Priester; – als auch im inneren Leben, wo Bedarf ist an: a) Erlernung des Gebets, b) Vorbereitung zum Gottesdienst und Bewahrung der Aufmerksamkeit während des Gottesdienstes, c) Vorbereitung zu den Sakramenten, d) Befleißigung in den Geboten, Bemühung zur Selbsterkenntnis, e) Gewöhnung an das Fasten und Erfassung seines Sinnes, f) Erwerb einer geistlichen Führung.

Dabei sollte die Belehrung zum inneren Leben wünschenswerterweise mittels dreierlei Hilfestellungen erfolgen: regelmäßige Unterrichtung und Gruppengespräche mit dem Priester, natürliche Hilfe, die die Gemeinde bei ihren Arbeiten und Gottesdiensten bietet, und schließlich die individuelle Betreuung, die von den Paten oder speziell dazu ausersehenden Personen geleistet wird.

Dann kommt die zweite Phase, als Übergangszeit von der ersten (von der Gnade bewirkten) zur dritten (der eigentlichen Verkirchlichung). Eine verständige Mutter, stellt ihr Kleinkind, nachdem sie es einige Zeit auf den Armen getragen hat, schließlich auf seine eigenen Beine, damit es laufen lernt. Ebenso verbirgt sich dann auch die Gnade im Herzen des Menschen und überläßt ihn sich selbst. Er erkaltet im Gebet, sein Verlangen nach Gottesdiensten und Sakramenten wird geringer, er läßt im Fasten nach, liest nicht mehr das Evangelium und die Schriften der heiligen Kirchenväter. Gleichzeitig damit kann auch die Gewöhnung an das Kirchenleben, die “Verweltlichung” zunehmen.

Die Leidenschaften kommen wieder zum Vorschein, sie nehmen den Menschen in ihren Besitz und ziehen ihn wieder zu dem vergangenen, vorkirchlichen Leben zurück, zu einer Lebensweise, die schlimmer als die vorhergehende ist. So etwas passiert nicht nur mit Laien, sondern auch mit Priestern und Mönchen. Diese Phase kann bei einzelnen Leuten bis zu fünfzehn Jahren und länger dauern. Bei nicht wenigen währt sie gar bis zum Tode.

In dieser Zeit wird vom Menschen die freiwillige “Auszehrung” seiner Leidenschaften gefordert. Durch die Demut und den Gehorsam erschöpft sich der Stolz; durch die Bescheidenheit, die Einfachheit, einem am Gewissen und Pflichtgefühl orientierten Verhalten, dem Unabhängigsein von der Meinung anderer Leute erschöpft sich die Ruhmsucht; durch die Freigebigkeit, das Almosengeben und die Spendenbereitschaft erschöpft sich die Geldgier; durch das Gebet, den Gottesdienst, die Kontemplation und das Gottesgedenken, die geistliche Lesung, durch Gespräche über das Heil und die Werke der Barmherzigkeit erschöpft sich der Müßiggang; durch geistige Freundschaft, Einmütigkeit, Erbarmung erschöpft sich die Wollust; durch Anteilnahme an den Sorgen des Nächsten, eine friedliche Gesinnung, herzliches Entgegenkommen und Geduld erschöpft sich der Zorn; durch Hoffnung auf Gott, Gottesfurcht, Erinnerung an die Todesstunde und ein Märtyrerende als Teilnahme am Kreuzesleiden des Herrn erschöpft sich die Verzagtheit.

Solch einem Prozeß der Auszehrung der Leidenschaften stellen sich besondere Versuchungen in den Weg, die auf der falschen, trügerischen Vorstellung des Menschen von seinem eigenen Christseins und Fortschritt im kirchlichen Leben beruhen. Sechs von ihnen sind den Menschen von heute am häufigsten zu eigen: Lesen ohne Umsetzung in die Tat, emotionale Überschwenglichkeit, emotionale Stumpfheit, Verstandesbetontheit, fehlerhaftes Gewissen, Eigenwillen.

Die Überwindung des gefallenen Menschen in sich selbst während dieser sehr schwierigen und gefährlichen Phase (der Mensch kann in ihr hängen bleiben oder noch schlimmer in Leidenschaften verfallen) ist eine außerordentlich wichtige und notwendige Aufgabe. Sie kann bewältigt werden durch die folgenden Schritte zur Aufrechterhaltung des Glaubens: a) Einhaltung der Gebote was das Verhältnis zu Gott, dem Nächsten und sich selbst betrifft, b) Lesen des Evangeliums, des Psalters oder ihrer Auslegungen und die Betrachtung darüber, Lesen von Büchern über die Gottgefälligen unserer Zeit, über die Neumärtyrer Rußlands, c) durch lebendige Bekanntschaft mit dem Übergang vom irdischen Leben zum Jenseitigen (Besuch von Sterbenden, Begräbnisfeiern, Lesen des Psalters unmittelbar am Totenbett und überhaupt für Entschlafene), durch eschatologische Reflexionen (über das Ende der Zeiten), d) durch Werke der Wohltätigkeit, e) durch das Aufsteigen von einem Entgegennehmen von Belehrungen älterer und erfahrenerer Menschen zum Gehorsam bei Älteren und Erfahreneren und weiter zum Vermögen, den Segen des geistlichen Vaters zu empfangen und zu bewahren.

In dieser Phase ist eine weise und erfahrende Führung seitens des geistlichen Vaters geboten: a) mittels der auferlegten Ordnungen der Hinwendung zu Gott, zum Umgang mit dem Nächsten und mit sich selbst, b) durch die Auswahl und den Charakter der zu lesenden Bücher, c) durch die Aneignung von Gebeten, die Vorbereitung zu den Sakramenten und dem Gottesdienst, die richtige Einhaltung des Fastens, d) durch die Unterweisung in einem gottgefälligen Wandel in den verschiedenen Wechselfällen des Lebens.

Seitens der Gemeinschaft oder der Gemeinde sind erforderlich: a) das allgemeine Streben zur Eintracht (die Fähigkeit, die Tugenden im Nächsten zu erkennen und sich ihm mittels ihrer zuzuwenden), b) die Gemeinschaft mit echt kirchlichen Menschen als eine Kostbarkeit zu schätzen und sich von den pseudokirchlichen und antikirchlichen Leuten in der Kirche zu distanzieren, c) die Möglichkeit zwei/drei und viele Tage nacheinander dem Gottesdienst beizuwohnen, besonders in den Tagen des weihnachtlichen und des großen Fastens (erste, fünfte und Karwoche), während des Weihnachtsfastens die Gläubigen zu den Gottesdiensten zusammenzurufen, die der Ordnung derer des Großen Fastens entsprechen (Halleluja-Gottesdienste), d) gemeinsamer Verbleib bei den Kirchenfesten, wo Gotteswort, Gotteslob und Nächstenhilfe vor dem Gottesdienst, während des Gottesdienstes und während der gemeinsamen Mahlzeit (Trapeza) geübt werden, und ebenso nach der Trapeza in Anstalten, wo die Gebrechlichen (Senioren, Kranke, Waisen) zusammenwohnen, e) Wohltätigkeit, gemeinschaftliche gegenseitige Hilfeleistungen, f) Sommerlager mit Familie und Kindern.

Es sollten verschiedene Arten des Dienstes, die der Erhaltung des Glaubens förderlich sind, angeboten werden: in der Kirche, in der Sonntags- oder orthodoxen Schule, in Sommerlagern, in Armenhäusern, Schwesternschaften und Bruderschaften.

Die dritte Stufe ist die eigentliche Verkirchlichung, die ebenfalls zehn bis fünfzehn Jahre dauern kann. Zu diesem Zeitpunkt vermag der Mensch bereits mit Seele und Geist mit der Gnade zusammenzuwirken, ihr entgegenzustreben, und empfindet mit der Zeit immer mehr ihre Mitwirkung bei seinen eigenen Bemühungen im inneren Leben, so daß er bei vielen Handlungen im Herzen sich auf ihre Beteiligung stützt.

Die vierte Phase nennt der hl. Theofan der Klausner die Stufe des wahren Christen. Hier lebt der Mensch vollständig in der Führung des Heiligen Geistes.

Die fünfte Stufe ist die des vollkommenen Christen. Hier bringt die Gnade selbst bis dahin im Menschen nicht vorhandene Tugenden in ihm hervor und führt ihn selbst zum Dienst der Kirche. Derart waren die Heiligen Serafim von Sarov, Sergij von Radone¡z und viele andere große Gottgefällige”.

Der Vortrag wurde mit großem Interesse aufgenommen. Vater Anatolij wurden viele Fragen gestellt. Der feine Humor des Vortragenden und die hervorragende Kenntnis der Psyche des post-sowjetischen Menschen, der zur Kirche kommt, trugen sehr zum Erfolg des Vortrags bei.

Natürlich darf man ein Schema und eine Methode nicht verabsolutisieren. Es ist ja kein Zufall, daß die heiligen Kirchenväter keine vollendete “Lehre der Verkirchlichung” geschaffen haben. Sie taten es nicht etwa, weil sie viel zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt gewesen wären, sondern deshalb, weil eine solche Lehre, gar noch eine vollständige, nicht nötig ist. Unser Herr Jesus Christus hat uns in Seiner heiligen Kirche etwas unvergleichlich Größeres hinterlassen, als eine Lehre oder eine Summe von Lehren, nämlich Sich Selbst, das ganze unergründliche Geheimnis Seiner gottmenschlichen Person. Die heiligen Väter hielten ihre Vernunft in Demut angesichts dieses Mysteriums. Schematisierung und Klassifizierung führen allzu leicht zu Vereinfachungen hinsichtlich der geistlichen Realitäten. Es genügt, die drei Stufen der Erkenntnis (Gnosis, Wissen), wie sie vom Referenten aus den Schriften des hl. Isaak des Syrers hervorgehoben wurden, mit den tiefen Einsichten des Heiligen, die dies betreffend von – wenn man sich so ausdrücken darf – “gnoseologischer Demut” erfüllt sind.

Ebenso wie die anderen asketischen Väter, war auch der hl. Isaak am allerwenigsten ein strenger Systematiker. Die Wüstenväter, die ebenso wie die Mönchslehrer in den gemeinschaftlichen Klöstern “erfüllt von Mitleid und in Liebe zu ihren Söhnen” (Hl. Isaak d. Syrer, Wort 42) waren, haben uns ihre gottbegnadeten Worte als Anleitungen zum Heil hinterlassen. Die Erkenntnis (Gnosis) –  ist beim hl. Isaak kein wissenschaftlicher Terminus. Daher wird die Erkenntnis manchmal dem Glauben entgegengesetzt (Wort 25), in anderen Fällen wird sie in drei Stufen aufgeteilt: die natürliche = fleischliche, die seelische und die geistliche (Wort 28); oder wiederum eine andere Unterteilung: die natürliche = die sich mit dem Emotionellen beschäftigende, die geistliche = die sich mit dem Unkörperlich-Geistigem beschädigende, und zuletzt die übernatürliche, die von Gottes Kraft geschenkt wird, wobei diese letzte “unerkennbar und höher als Erkenntnis ist” –sie ist “allein dem Glauben zum Erbteil gegeben” (Wort 29). Manchmal wird die seelische Erkenntnis der geistlichen entgegengesetzt, dann ist sie gleichbedeutend mit der natürlichen und fleischlichen (Wort 49); und zuguterletzt werden alle drei Formen der Erkenntnis der “Schau” entgegengesetzt, in der alles Wissen und Erkennen beseitigt wird, oder aber die Erkenntnis wird dem heiligen “Nichtwissen” entgegengesetzt, das “höchste Erkenntnis genannt wird” (Wort 16).

Über die Gründe einer solchen “unwissenschaftlichen” Verwendung der Terminologie in den kirchenväterlichen Schriften äußerte sich derselbe hl. Isaak in ganz vorzüglicher Weise: “Siehst du, wie die Väter die Bezeichnungen der geistlichen Dinge wechseln? Das liegt daran, daß die genaue Bedeutung der Bezeichnungen durch hiesige Gegenstände bestimmt werden, während es für die Dinge der künftigen Zeit keine echte und wahre Benennung gibt (...) So kommt es, daß die Väter dann, wenn die seelische Erkenntnis emporgehoben wird aus der sichtbaren Welt, zur Bezeichnung dessen je nach ihrem Gutdünken Bezeichnungen wählen, weil die genauen Bezeichnungen dafür niemand kennt” (Wort 16).

Es muß also stets mitbedacht werden, daß auch dann, wenn die Rede vom unkirchlichen, sündigen und ungläubigen Menschen ist, gerade eine solche Art “Ding der künftigen Zeit”, nämlich die unbeschreibbare und unergründliche Vorsehung Gottes Selbst, über ihm wacht bis zur letzten Minute seines Lebens und ein ewiges Geheimnis bleibt, indem sie gemäß den Ihm allein bekannten Ratschlüssen und verschiedenen Wegen, die in keinerlei Schema passen, den Menschen rettet. Ganz klar, daß nur im allereingeschränktesten Sinne einen Neubeginnenden der Taufpate oder ein speziell dafür abgestelltest und gesegnetes Mitglied der Gemeinde “leiten” kann, denn – nach der Beobachtung des Referenten selbst – befindet sich heutzutage die Mehrheit der Gemeindemitglieder, ebenso wie auch viele Priester und Mönche, selbst im “Übergangsstadium” (so qualifizierte Vr. Anatolij am Anfang seines Vortrags die Teilnehmer der Tagung), d.h. in einer leidenschaftlichen Verfassung, ob fleischlich oder seelisch. Gemäß den hl. Vätern kann nur ein Mensch andere geistliche zum Heil führen, der die Gabe der Unterscheidung hat, die geschenkt wird durch den Heiligen Geist auf den hohen Stufen der christlichen Entfaltung. Der Mangel an geisttragenden Lehrern, die schon im 19. Jahrhundert der hl. Ignatij (Brjan¡caninov) beklagte, ist eines der wichtigsten Probleme des heutigen kirchlichen Lebens. Es wäre völlig unpassend, Laien durch den Segen eines Gemeindepfarrers zu Ersatz-Starzen erheben zu wollen. Gefahr droht hier, bei unrichtigem Verständnis, nicht nur für den Neubekehrten, sondern auch dem “Lenker”: Für einen Menschen, der Leidenschaften in sich trägt, bedeutet das Belehren eines Anderen ein “entsetzliches Niederfallen der Seele aus ihrer Ordnung” (Abbas Jesaja, Paterikon).

Keinesfalls darf die äußere Organisation des Gemeindelebens (mit einem System “sozialer Aktivitäten” und konkreter pädagogischer Maßnahmen) zu einem Mangel an Wertschätzung für die “erzieherische Bedeutung” der Eucharistie beim Werk der Reinigung und Erleuchtung des Menschen und beim Aufbau der Kirche als dem Leib Christi führen. Entsprechend heißt es in dem Artikel des Erzpriesters und Professors der Athener Universität, Georgios Metallinos: “Die Göttliche Eucharistie sichert die Einheit des kirchlichen Lebens. Das ist die Botschaft des 1. Korintherbriefes (10, 15-17). Der eine Leib wird dort mit dem einen eucharistische Brot identifiziert: «Weil es ein einziges Brot ist, sind wir vielen ein einziger Leib; denn wir haben Anteil an dem einen Brot» (1. Kor. 10, 17)”. Darüber sprach auch am nächsten Tag (zum hl. Hieromärtyrer Eleutherios) der Erzbischof Mark in seiner Predigt am Ende der Göttlichen Liturgie, bei der fast alle Teilnehmer die Heiligen Gaben empfangen hatten: “Die heilige Kommunion – das ist unsere Erziehung!”

Vortrag von Anatolij Garmaev im Orthodoxen Treffen 2001

 

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